Rückblick auf das Gemeindegeschehen im Jahr 2019

 

Besonders im Blickpunkt standen auch 2019 weiterhin die großen Bauprojekte an der Schule inklusive neuer Bücherei:

 

Nachdem die Bibliothek zum Jahreswechsel 2018/19 umgezogen und den Betrieb in dem neuen Gebäude aufgenommen hatte, begann direkt ab Januar der Umbau der ehemaligen Bücherei in der unteren Ebene der Schule zum neuen Hort.

Zeitgleich erfolgte in der Schule flügel- und klassenzimmerweise der Austausch der Fenster, der Einbau der Lüftungsanlagen, die Verkabelung für elektronische Medien und die Renovierung der einzelnen Räume.

Wie schon im Vorjahr waren dabei viele Teilprojekte gleichzeitig betroffen. Das brachte für die Koordination und Ablauforganisation durchaus einige Herausforderungen mit sich, welche im Jahresverlauf gut gemeistert werden konnten. Auch die Zusammenarbeit zwischen Lehrerteam, Hort und Gemeinde funktionierte sehr gut und reibungslos. Dies war auch nötig, da alle Maßnahmen während des laufenden Schul- und Hortbetriebs erfolgten.

Ein herzliches Dankeschön gilt auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde, die in dieser anspruchsvollen Zeit mit sehr hohem Einsatz zum Gelingen beigetragen haben, zumal zeitgleich auch verwaltungsintern einige Sonderprojekte abzuarbeiten waren, wie etwa eine umfangreiche Umstellung der Software im Bürgerbüro. Vielen Dank für die Bereitschaft, hierfür auch die eine oder andere Stunde über das normale Arbeitspensum hinaus für die Gemeinde da zu sein! Das ist sicherlich nicht selbstverständlich.

Alle Projekte im Bereich Schule, Bibliothek und Hort wurden im angepeilten Zeitrahmen rechtzeitig zum Schuljahresbeginn im September fertig: Pünktlich zum Einschulungstermin konnten sowohl die Schule als auch der Hort den Betrieb in den neuen Räumen aufnehmen. Auch die Erweiterung des Gebäudes um einen Wintergarten war zu diesem Zeitpunkt bereits fertiggestellt.

Alle diese Großprojekte blieben zudem im vorgesehenen Kostenrahmen.

Insgesamt ist die Gemeinde damit im Bereich der Lern- und Betreuungsangebote für Kinder hervorragend aufgestellt und nimmt in der Region sicherlich einen Spitzenplatz ein, was sich auch an den vielen positiven Rückmeldungen von Eltern, Schülern, Lehrern und Betreuern zeigt. Auch bei einer „Bürgerversammlung vor Ort“ kam großes Lob für die gelungene, zukunftsweisende Gestaltung und Erweiterung der Schule und des Horts.

Im Verlauf von 2020 erfolgen noch die verbliebenen Gestaltungsarbeiten an den Außen- und Grünanlagen und an der Fassade. Aktuell investiert die Gemeinde zudem in der Schule und ebenso im Kindergarten in schallreduzierende Decken. Im Rahmen eines überarbeiteten Brandschutzkonzepts erhält die Schule in Kürze auch noch einen zweiten Fluchtweg aus dem Obergeschoss über den Gang zur Turnhalle. Im Zuge der Baumaßnahmen 2019 ist bereits eine interne Brandmeldeanlage installiert worden.

Sehr viel gebaut wird in Schwebheim nicht nur im öffentlichen Bereich, sondern auch bei den privaten Wohnungen. Auch 2019 gab es wieder zahlreiche private Baugesuche, darunter sogar einige bemerkenswerte Vorhaben, etwa den Wiederaufbau des historischen Gebäudeteils „Hirschkopf“ am Schloss für eine zukünftige Wohnnutzung. Auch einige langjährige Baulücken wurden geschlossen oder werden aktuell geschlossen.

Das ehemalige Gasthaus „Goldenes Lamm“ wurde verkauft: Als Investor hat Gemeinderat Mario Söllner zugesagt, den rückwärtigen Bereich des Grundstücks zu altengerechten Wohnungen zu entwickeln und zugleich die Gasträume der ehemaligen Gastwirtschaft zu erhalten, z. B. in Form eines Cafés. Über den Gasträumen sollen zudem Mietwohnungen nach den Standards des sozialen Wohnungsbaus entstehen.

Für die letzte große Fläche am Ortsrand in Gemeindeeigentum, das ehemalige Gärtnereigelände „Schneider“, läuft derzeit ein Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans. Damit soll die rechtliche Grundlage geschaffen werden, um dort zukünftig ergänzend zur Wohnbebauung auch Standorte für weitere Sozial- und Gesundheitseinrichtungen entstehen zu lassen.

Der Gemeinderat hat eine größere Teilfläche hiervon bereits für zwei Jahre für eine pflegerische Einrichtung reserviert, konkret für die AWO als Projektträger einer möglichen zukünftigen Kurzzeitpflegeeinrichtung („Pflegehotel“).

Ebenso ist die Möglichkeit einer Vergrößerung des Getränkemarkts und im Nordosten des Areals gegebenenfalls eine Nutzung als möglicher Standort für ein neues Feuerwehrhaus vorgesehen.

Danach verfügt die Gemeinde selbst über kein Grundeigentum am Ortsrand mehr. Die letzten zuvor noch verfügbaren gemeindeeigenen Flächen verwendete die Gemeinde für das Baugebiet „Strüdlein Ost“. Ein Grunderwerb für Abrundungen bleibt daher weiterhin ein wichtiges Ziel des Gemeinderats. In den aktuellen Rahmenbedingungen erweist sich ein Grunderwerb für neue Baugrundstücke aber nicht nur für private Interessenten, sondern auch schon für die Gemeinde als sehr schwierig.

Bei der Feuerwehr hat sich abschließend gezeigt, dass zur Einhaltung von rechtlichen Anforderung wie den Unfallverhütungsvorschriften und wegen des immer akuteren Platzmangels im bisherigen Gerätehaus ein neues Feuerwehrhaus nötig ist.

Aus dem Gemeinderat kamen zwischenzeitlich wiederholt zahlreiche Zusatzanträge, um noch verschiedene Ideen und alternative Varianten für einen Umbau und eine Erweiterung am aktuellen Gerätehaus zu prüfen. Dies machte den Entscheidungsprozess zwischenzeitlich durchaus langwierig. Gleichzeitig hat sich durch diesen Prozess nun jedoch ganz klar und verlässlich herausgestellt, dass die Platzprobleme der Wehr und die Anforderungen des Unfallschutzes am bisherigen Standort erwiesenermaßen definitiv nicht lösbar sind. Der Gemeinderat hatte somit eine sehr fundierte Informationsgrundlage, um sich letztlich im Herbst mit großer Mehrheit für ein neues Feuerwehrhaus zu entscheiden.

Ebenfalls auf Wunsch aus dem Gemeinderat werden aktuell alternative Standorte zum zunächst empfohlenen Standort an der alten Gärtnerei genauer geprüft. Dies schließt im Hintergrund auch laufende nicht-öffentliche Gespräche zu Grunderwerbsoptionen im Gewerbegebiet ein.

Finanziell ist die Gemeinde sehr gut aufgestellt und für die anstehenden Investitionen wie etwa das neue Feuerwehrhaus sehr gut gerüstet:

Die Rücklagen inklusive Sonderrücklagen betrugen zum Jahresende rund 7,4 Mio. Euro. Hinzu kommen abrufbereite staatliche Fördermittel für die abgeschlossene Kindergartenerweiterung, den neuen Hort und das Projekt „Energetische Sanierung der Grundschule“ in einer Größenordnung von rund 1 Mio. Euro. Diese werden im Laufe dieses Jahres noch der Gemeindekasse zufließen. Insgesamt steht die Gemeinde damit derzeit auch nach Abschluss der vielen Großprojekte finanziell so gut da wie nie zuvor.

Eine sehr gute Entwicklung nahm Schwebheim zudem im sozialen Bereich. Davon profitieren besonders unsere Mitbürger in schwierigen Lebenssituationen oder im Alter. Hier ist etwa an die beiden neuen Tagespflegeeinrichtungen von AWO und Diakonie zu denken, ebenso an die vielen Stellen im Ort, die im Kleinen in puncto Barrierefreiheit verbessert wurden (zuletzt z. B. entlang der Parkplätze an der Schule).

Sehr gut funktioniert weiterhin auch die Zusammenarbeit mit den vielen ehrenamtlich aktiven Menschen in der Bürgerhilfe, den Kirchengemeinden, den Vereinen und Arbeitskreisen sowie dem Mehrgenerationenhaus. Allen ehrenamtlichen Helfern hierfür vielen Dank!

Das Schwebheimer Mehrgenerationenhaus ist nach wie vor das einzige im Landkreis und erreichte 2019 nur drei Jahre nach seiner Gründung schon eine ganz besondere Auszeichnung, nämlich den ersten Platz beim Bundespreis „DemographieGestalter 2019“ des Bundesfamilienministeriums in der Kategorie „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“, also eine durchaus beeindruckende Anerkennung sogar im bundesweiten Vergleich.

Schwebheim ist mit all dem sicherlich in einer Vorreiterrolle in der Region, wenn es um zukunftsorientierte Gestaltung des demographischen Wandels geht.

Auch im ökologischen Bereich befindet sich Schwebheim weiter in einer Vorbildfunktion. Besonders bemerkenswert ist, wie viele Menschen hier mit der Gemeinde zusammen an einem Strang ziehen und sich in herausragender Weise ehrenamtlich einsetzen: Im Arbeitskreis Arten- und Naturschutz, bei den Naturfreunden und bei vielen weiteren Vereinen, die in den letzten Monaten z. B. Bäume gespendet haben.

Auch die Dorfbegrünung wird an vielen Stellen nach und nach auf trockenheitsresistente Stauden umgestellt. Bei Nachpflanzungen gilt dies ebenso für die Bäume. Hinzu kommen zahlreiche Blühstreifen am Ortsrand und in der Flur, viele davon in Zusammenarbeit mit den Schwebheimer Landwirten, die auch selbst Streifen zur Verfügung stellten.

Um auch beim Thema „Energiewende vor Ort“ weiter an der Spitze zu bleiben, nimmt Schwebheim von Anfang an beim „Energieeffizienz-Netzwerk“ teil, das 2019 ins Leben gerufen wurde.

Beim Thema E-Mobilität baut die Gemeinde die öffentliche Ladeinfrastruktur weiter aus. Nach den beiden bereits realisierten Ladesäulen für E-Autos an der neuen Bibliothek erfolgte zuletzt die Ausschreibung für zwei weitere Ladepunkte, einen am Parkplatz Fräuleinsgarten und einen in der Karl-Oppel-Straße zwischen Sportheim und Tennisplätzen. Zudem ist Schwebheim eine der ersten Gemeinden, die das Angebot des Landkreises für eine gemeinsame Beschaffung von Ladeschränken für E-Bikes genutzt hat. An vier Standorten werden im Dorf demnächst die Schränke stehen, in denen als zusätzlicher Service auch Handys oder Tablets aufgeladen werden können. Der Aufbau erfolgt wetterabhängig zum Frühjahr hin.

Auch beim Thema Grundwasser und Bewässerung in Zeiten immer heißerer Sommer ist Schwebheim ganz weit vorn und an gleich mehreren Pilotprojekten und Studien beteiligt. Schwebheim hat ein eigenes zukunftsgerichtetes Bewässerungskonzept in Auftrag gegeben.

Eine Daueraufgabe blieben auch 2019 weiterhin die laufenden Investitionen und Unterhalt an der Kanalisation. Seit Herbst laufen derzeit wichtige Baumaßnahmen am Regenüberlaufbecken. Neben nötigen Umbauten und Modernisierungen für die maschinen- und elektrotechnischen Anlagen werden dabei auch neue Messeinrichtungen eingebaut. Mit einer guten und verlässlichen Datenlage wird es hoffentlich möglich sein, eine sehr kostenintensive Erweiterung des Beckens zu vermeiden, die ansonsten sehr wahrscheinlich 2025/26 anstehen würde.

Zu einem großen Problem kann zukünftig für sehr viele Gemeinden die Klärschlammverwertung und Klärschlammentsorgung werden. Die Gemeinde Schwebheim hat sich daher bereit erklärt, gemeinsam mit dem Abwasserzweckverband Unterer Unkenbach für ein landkreisweites Projekt die Federführung zu übernehmen und für alle Kläranlagen im Kreis eine gemeinsame Machbarkeitsstudie für gemeinsame Trocknungs- und Verwertungskonzepte zu beauftragen. Auch der Förderantrag und die Abrechnung hierzu übernimmt federführend unsere Kämmerei.

Hinzu kamen im Jahresverlauf viele kleinere und größere Projekte für unsere Vereine und Bürger. Dazu zählten etwa die Beschaffung des neuen Musikstands für Kirchweih und Erntedankfest, die Beschaffung eines Anhängerwagens für Kräuter- und Flurfahrten oder der Dachausbau in der hinteren Schlossscheune, um für örtliche Vereine Stauraum zu schaffen.

Auch die Beteiligung der Gemeinde an den Fixkosten des TSV als Ausrichter der Kirchweih wurde deutlich aufgestockt, da ein großer Teil davon eher der Brauchtumspflege als dem Festbetrieb dient.

Besonders bemerkenswert ist, was in Schwebheim alles im Miteinander verschiedener engagierter Bürger, Vereine und der Gemeinde entstanden ist und das Dorfleben immer mehr bereichert: Von etablierten Veranstaltungen wie den Kulturwochen über das Glanzlicht „Weihnachtsmarkt“, die Maibaumfeier unter Federführung der Feuerwehr, die 2019 erstmals stattfand, bis hin zum Adventskonzert des Gesangvereins, bei dem in diesem Jahr auch alle Vereine der Schwebheimer Musik- und Sängerfamilie teilnahmen inklusive des Grundschul-Chors. Eine anhaltende Erfolgsgeschichte bleibt auch die Kinderfeuerwehr, um nur einige Beispiele zu nennen.

Im Mai fand außerdem das Siebenerfest 2019 in Schwebheim statt. Die positiven Rückmeldungen der vielen Gäste zeigten, dass die Organisation und das Rahmenprogramm von allen als sehr gelungen empfunden wurde.

Ein herzliches Dankeschön sagen wir im Rückblick nochmals unserem langjährigen Kämmerer Gerald Riedl, der im Herbst 2019 nach vierzig Jahren im Dienst der Gemeinde in den verdienten Ruhestand wechselte. Ihm folgte in der Position als Kämmerin Frau Melanie Ruppert nach, die bereits im Jahr 2006 als Auszubildende zur Gemeinde Schwebheim kam, der Gemeinde seither treu blieb und inzwischen die Weiterbildung zur Verwaltungsbetriebswirtin erfolgreich abgeschlossen hat.

Auch zwei Auszubildende der „Mainbogen-Azubi-Talentschmiede“, die beide erfolgreich die Prüfungen zum Verwaltungsfachangestellten abgeschlossen haben, wurden bei uns im Rathaus in feste Arbeitsverhältnisse übernommen: Frau Melisa Leisner (vorher bereits Auszubildende in Schwebheim) und Herr Jannik Stubenrach (vorher Auszubildender der Gemeinde Sennfeld).

Schwebheim setzt damit in Zeiten zunehmenden Wettbewerbs auf dem Arbeitsmarkt auf die eigenen Fachkräfte und den eigenen Nachwuchs.

Ein weiteres herzliches Dankeschön sagen wir ebenso gerne nochmals an Herrn Harald Böhm, der als Anerkennung seiner großen Verdienste um die Freiwillige Feuerwehr Schwebheim 2019 den Ehrentitel „Ehrenkommandant“ erhielt, ebenso Frau Barbara Sauer-Löhner, die als langjährige Rektorin 2019 in den Ruhestand wechselte, sowie Herrn Jürgen Elsen, der ihr in die verantwortungsvolle Funktion als Schulleiter nachfolgte!

Für die Gemeinde Schwebheim

Dr. Volker Karb
Bürgermeister

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