Unterbringung von Asylbewerbern

ruf des Landratsamtes Schweinfurt und der Gemeinde Schwebheim

Für die dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern werden weiterhin dringend Kapazitäten gesucht. Freie Wohnungen oder Gebäude können direkt an das Landratsamt Schweinfurt vermietet werden und sollten ähnlich einer Ferienwohnung komplett ausgestattet sein. Interessierte Eigentümer wenden sich bitte an das Landratsamt Schweinfurt,

Tel.: 09721/55-558.

Auch im Bezirk Unterfranken und bei uns im Landkreis Schweinfurt wurde zuletzt die sogenannte „Notfallplanung“ für die Unterbringung von Asylbewerbern aktiviert, hier im Landkreis Ende August zuletzt konkret in Form der Dreifachturnhalle in Gerolzhofen. Nachfolgend finden Sie hierzu die Pressemitteilung des Landkreises. Enorme Ströme an Menschen sind derzeit auf der Flucht vor Gewalt und Terror in ihrer Heimat. Bitte helfen Sie mit, dass sie sich bei uns im Land, im Kreis, in der Gemeinde sicher und willkommen fühlen können.

Vielen Dank!

Dr. Volker Karb

1.Bürgermeister

Pressemitteilung des Landratsamtes: Sporthalle am Schulzentrum in Gerolzhofen wird Notunterkunft für Asylbewerber

Landkreis Schweinfurt, 28.08.2015. Der Zustrom von Asylbewerbern nach Deutschland hat in der jüngsten Zeit noch einmal sehr stark zugenommen, zuletzt hat das Bundesinnenministerium seine Zugangsprognose für das laufende Jahr 2015 von 450.000 auf 800.000 Asylbewerber erhöhen müssen.

Aus diesem Grunde muss nun auch die Notunterkunft des Landkreises Schweinfurt – die im Eigentum des Landkreises befindliche Dreifachsporthalle am Schulzentrum in Gerolzhofen – in Anspruch genommen werden. Am 15.07.2015 hatte die Regierung von Unterfranken den Notfallplan zur Unterbringung von Asylbewerbern für Unterfranken aktiviert. Der Landkreis Schweinfurt ist nunmehr als letzter der unterfränkischen Landkreise an der Reihe, die Notfallunterbringung umzusetzen.

Am 21.08.2015 wurde der Landkreis von der Regierung von Unterfranken davon in Kenntnis gesetzt, dass mit einer Belegung der Sporthalle ab dem 31.08.2015 zu rechnen ist. Die Halle wird ab diesem Zeitpunkt für voraussichtlich 6 Wochen als Unterkunft für 200 Asylbewerber dienen. Nach Auskunft der Regierung von Unterfranken soll im Laufe dieses Zeitraumes auch ein Wechsel in der Belegung stattfinden, da angestrebt wird, die Bewohner dann bereits in Gemeinschafts- und dezentrale Unterkünfte in der Region zu verlegen. Ein exakter Ankunftszeitpunkt sowie die Zahl der Ankommenden an einzelnen Tagen ab dem 31.08.2015 werden jeweils erst sehr kurzfristig feststehen und sind dem Landratsamt Schweinfurt aktuell noch nicht bekannt. Aus den Erkenntnissen der anderen unterfränkischen Landkreise ist wohl davon auszugehen, dass die ankommenden Menschen vornehmlich aus Syrien und Afghanistan stammen – dies entspricht auch derzeitigen Belegungssituation in der Aufnahmeeinrichtung in Schweinfurt, deren Außenstelle die Sporthalle sein wird (67 % Syrer, 25 % Afghanen). Ebenso hat die Erfahrung aus den umliegenden Kommunen gezeigt, dass in der Regel auch Familien mit Kindern unter den Ankömmlingen sind.

In der Halle selbst wurden zum Schutz des Sportbodens Schutzplatten verlegt. In 2 der 3 Hallenteile  der Dreifachsporthalle wurden 100 Doppelstockbetten aufgestellt – einer davon soll vornehmlich für Familien sowie ggf. allein reisende Frauen genutzt werden. Dieser Schlafbereich wurde durch mit Planen versehene Bauzäune in Parzellen aufgeteilt, um so ein kleines Stück Privatsphäre, insbesondere für Familien, herstellen zu können.

Der dritte Hallenbereich wurde zum Ess- und Aufenthaltsbereich umfunktioniert und mit Biertischgarnituren bestückt. Hier wird ein Caterer die Bewohner täglich mit 3 Mahlzeiten versorgen. Zu den in der Halle vorhandenen Duschmöglichkeiten wurden aufgrund der hohen Belegungszahl außerhalb der Halle 2 zusätzliche Sanitärcontainer (mit Toiletten, Duschen, Waschbecken) aufgestellt.

Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit die persönliche Wäsche zu waschen. Für Kinder wurde eine Spielecke vorgesehen, Möglichkeiten zum Baden und Wickeln von Babys wurden hergerichtet. Darüber hinaus wurden Handy- Lademöglichkeiten installiert – für die Asylbewerber die einzige Möglichkeit Kontakt zu Familie und Verwandten aufzunehmen (Handys werden nicht durch die Behörde gestellt/ bezahlt).

Als Ansprechpartner für Fragen und bei Problemen der Bewohner sind tagsüber Mitarbeiter/innen  des Landratsamtes sowie ein Hausverwalter vor Ort. Ein Sicherheitsdienst ist ebenfalls rund um die Uhr in der Halle im Einsatz. In den ersten Tagen nach der Ankunft der Asylbewerber erfolgt eine Gesundheitsuntersuchung im Gesundheitsamt in Schweinfurt sowie eine Röntgenuntersuchung in der Geomed Kreisklinik. Auch das Diakonische Werk Schweinfurt wird als Träger der Asylsozialberatung im Landkreis stundenweise in der Halle für vertieftere Beratung zur Verfügung stehen. Schließlich ist auch die Polizeiinspektion Gerolzhofen in die Notfallunterbringung mit eingebunden und wird das Gebäude außen, aber auch innen regelmäßig bestreifen.

Bei Ankunft erhält jeder Bewohner ein bezogenes Bett zugewiesen sowie ein Handtuch und ein Hygienepaket mit allen wichtigen Utensilien. Im Anschluss an die Gesundheitsuntersuchung in den Räumen des Gesundheitsamtes erhalten die Asylbewerber das nach Asylbewerberleistungsgesetz vorgesehene Taschengeld ausbezahlt.

Zum Schutz der Privatsphäre der Bewohner wird die Halle für die Öffentlichkeit und die Medien während des Belegungszeitraums nicht zugänglich sein. Um dies sicherzustellen erhalten alle Berechtigten (Bewohner und Mitarbeiter/ Helfer) ein Armbändchen, das für den Sicherheitsdienst als Einlasskontrolle dienen wird.

Die Organisation, Vorbereitung und der Betrieb der Notfallunterkunft fordert die Verwaltung des Landratsamtes bis zur Belastungsgrenze- zahlreiche Arbeitsbereiche des Hauses wirken hierbei mit (Amt für Soziales, Kreisbauhof, Katastrophenschutz, Kreisbrandrat, Gesundheitsamt, Hauptamt Liegenschaftsverwaltung und Beschaffung, EDV, Kreiskasse, Lebensmittelkontrolle). „Gelingen kann ein solches Projekt allerdings trotz allem nicht ohne Kooperationspartner. Allen diesen unzähligen Helferinnen und Helfern möchte ich meinen allerherzlichsten Dank aussprechen und sie ermutigen ihre Unterstützung und Ihre Mitarbeit fortzusetzen“, so die stellvertretende Landrätin Christine Bender.

Neben den vielen unterstützenden Firmen (Security- Firma, Reinigungsfirma, Caterer, Wäschelieferung – und -reinigung) sind hier die Ortsverbände der Hilfsorganisationen (Bayer. Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst, Johanniter, Arbeiter Samariter Bund, THW) zu nennen, die sich insbesondere im Rahmen der notwendigen Fahrdienste zu den Gesundheitsuntersuchungen im Landratsamt und bei den Aufbauarbeiten engagieren. Daneben leisten auch der ehrenamtliche Helferkreis Gerolzhofen und die Stadt Gerolzhofen wertvolle Unterstützung. Die Stadt Gerolzhofen organisiert – in Absprache mit dem Landkreis – eine Kleider-/ Koffer- und Spielsachensammlung über ihr Bürgerbüro und stellt Räumlichkeiten zur Verfügung. Der Helferkreis will sich dankenswerterweise um das Sortieren der gespendeten Kleidung und deren Ausgabe, um Betreuung direkt bei der Ankunft der Asylbewerber sowie im weiteren Fortgang um Zerstreuungsangebote für die Bewohner wie z. B. ein Asyl- Cafe  kümmern.

Der Landkreis hat bereits frühzeitig das Gespräch mit den Schulleitern am Schulzentrum sowie den die Halle nutzenden Vereinen gesucht. „Ich möchte alle Betroffenen nochmals um Verständnis dafür bitten, dass die Halle vorübergehend nicht genutzt werden kann. Es handelt sich um eine akute Notsituation, zu deren Bewältigung auch der Landkreis Schweinfurt seinen Beitrag leisten muss und auch gerne leistet. Die Asylbewerbersituation ist eine große Chance und Aufgabe der ganzen Gesellschaft, die es in Gemeinschaftsleistung zu bewältigen gilt. Für uns ist es selbstverständlich zu helfen. Neben uns heißen auch Hilfsorganisationen und Ehrenamtliche die ankommenden Menschen herzlich willkommen, stehen helfend zur Seite, bieten Schutz und Heimat“, so Christine Bender.

Es ist in diesem Zusammenhang auch zu betonen, dass sich Landrat Florian Töpper und die Verwaltung bereits im Rahmen der Planungen für den seinerzeitigen Winternotfallplan intensiv auch um alternative Unterbringungsmöglichkeiten bemüht hat. Presseaufrufe, Abfragen bei allen 29 Landkreisgemeinden und eine Vielzahl von Gesprächen haben jedoch keine realisierbaren Alternativen erbracht, so dass das einzige – auch hinsichtlich der Größe passende – Objekt in Eigentum des Landkreises herangezogen werden musste. Landrat Florian Töpper hat sich darüber hinaus seinerzeit bereits intensiv für eine prioritäre Nutzung von Gebäuden auf dem Gelände der Conn Barracks eingesetzt. Die neuerliche erhebliche Verschärfung bei den Asyl- Zugangszahlen hat nunmehr dazu geführt, dass weitere Gebäude der Conn Barracks für Unterbringungszwecke genutzt werden sollen. Der Landkreis Schweinfurt wird sich in enger Abstimmung mit der Regierung von Unterfranken darum bemühen, für weitere Inanspruchnahmen im Rahmen des Notfallplanes – womit aufgrund der derzeitigen Lage zu rechnen sein wird – Kasernengebäude zu nutzen. Dies bedarf jedoch noch der Klärung einer Vielzahl von Fragen und Vorbereitungsmaßnahmen, so dass zumindest die erstmalige Inanspruchnahme der Sporthalle in Gerolzhofen unvermeidbar ist.

 

 


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