Weihnachtsbrief des 1. Bürgermeisters Dr. Volker Karb

„Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.“
Wilhelm Freiherr von Humboldt (1767 – 1835)

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

eine Periode von mehr als 70 Jahren Frieden und Zusammenarbeit in Deutschland und Westeuropa – das hat es in der Geschichte zuvor noch nie gegeben. Vielen ist gar nicht klar, in welch historisch einzigartiger Phase wir seit vielen Jahrzehnten leben dürfen. Für alle, die nach Kriegsende geboren sind, ist das friedliche Miteinander die Normalität. Gewissermaßen eine Selbstverständlichkeit. Ein für unumstößlich gehaltener, sicherer und unzweifelhafter Rahmen, wenn auch die Aufgaben, die es gerade in den Aufbaujahren zu bewältigen gab, oft sehr kräftezehrend und anspruchsvoll waren.

Wenn etwas für so selbstverständlich gehalten wird, dann mag dies dazu verleiten, so scheint es, es in seinem Wert und seiner Einzigartigkeit gar nicht mehr richtig wahrzunehmen und zu schätzen.

Das ist gefährlich. Gefährlich, wenn Staaten auch in Europa anfangen, die Vorteile gemeinsamer Anstrengungen zu Gunsten nationaler Sonderinteressen in Frage zu stellen. Gefährlich aber vor allem auch dann, wenn in den Alltag der Menschen Gleichgültigkeit an den Mitmenschen und der Gemeinschaft einkehrt und mehr noch: Wenn statt gegenseitiger Unterstützung das Schüren von Ängsten vor allem Fremden, Vorurteile und Verunglimpfungen von Andersdenkenden bis hin zu persönlichen Anfeindungen mehr und mehr als normales Hintergrundrauschen in einer modernen, digitalen und anonymen Gesellschaft verstanden und geduldet werden.

All dies trifft die Gemeinschaft und ihren Zusammenhalt in ihrem Kern, im Kleinen wie im Großen!

Unsere Gemeinschaft, unsere Gesellschaft, ihre Vielfalt, ihr Zusammenhalt und ihre Erfolge bauen auf gemeinsamen Werten auf, für die es sich einzusetzen lohnt: Auf einem respektvollen, wertschätzenden, toleranten, friedlichen Miteinander, das von der gegenseitigen Anerkennung unterschiedlicher Meinungen und Lebensweisen getragen wird.

In der Hoffnung, dass es uns gelingt, ein solches Miteinander zu bewahren, wünsche ich Ihnen und uns allen auch im Namen des Gemeinderats sowie der 2. und 3. Bürgermeisterin und der Gemeindeverwaltung ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute für das neue Jahr! Denn im Grunde sind es immer diese Verbindungen unter den Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.

Ihr Dr. Volker Karb
1. Bürgermeister

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